Laufen – Wie alles begann! Teil 2

Von der Qual zur Passion – Das ist wohl der treffendste Satz für meine Geschichte zum Laufen

Der Tag des Halbmarathons stand nun endlich an. Nach meinem intensiven Training hatte ich schon leichte Hüft- und Knieschmerzen aber das schien bei meinem Laufpensum der vergangenen Wochen ganz normal zu sein. Obwohl es an dem Tag, nach wochenlangen schönen Wetter, geschüttet hat wie aus Eimern, wollte ich unbedingt an den Start gehen. Zu diesem Zeitpunkt war mein sportlicher Ehrgeiz schon geweckt. Angemeldet hatte ich mich damals mit einer Arbeitskollegin und wir sind zusammen losgelaufen. Nach ein paar Kilometern haben wir uns dann aus den Augen verloren. Die Strecke durch den englischen Garten war leider nach kürzester Zeit eine einzige Matschbahn, aber trotzdem wunderschön. Das war mein erster Lauf durch den englischen Garten. Von Kilometer zu Kilometer hab ich mich durchgekämpft und bin kein einziges Mal stehen geblieben. (Was insgeheim mein persönliches Ziel war.) Die Zeit war mir damals noch völlig egal. Nach 2:04 h bin ich dann im Ziel angekommen, komplett durchgeweicht aber überglücklich. Ich hab’s tatsächlich geschafft. Mein erster Halbmarathon war abgehackt und ich war so stolz.

Und wie ging es dann weiter?

In den Monaten und Jahren darauf bin ich immer mal wieder die Halbmarathon Distanz gelaufen. Ich habe aber auf nichts spezifisches mehr trainiert und einfach nur Spaß am Laufen gehabt. Vielleicht sogar genau deswegen. Pacetechnisch habe ich mich immer mehr verbessert und irgendwann angefangen meine gesamten Läufe zu tracken. Anfangs mit einer Laufuhr, die mich dann aber wegen fehlenden GPS Signal irgendwann an den Rande des Wahnsinn getrieben hat. Ende Januar 2017 hab ich mir dann die Nike + Run Club App runtergeladen und seitdem (anfangs sporadisch, dann konsequent) meine Läufe nur noch damit getrackt. Die App ist kostenlos und funktioniert gut. Man kann dort verschieden Trophäen sammeln und bei verschiedenen Laufevents wie dem Sunday Runday teilnehmen. Im Jahr 2017 bin ich dann insgesamt circa 2200 Kilometer gelaufen, davon 9 mal die Halbmarathon Distanz. Meine durchschnittliche Pace lag beispielsweise im Juni 2017 bei circa 5:50 oder 6:00 Minuten pro Kilometer. So schnell wie jetzt war ich also noch nicht immer.

Und dann stand der zweite offizielle Halbmarathon an

Das Ganze kam dann etwas plötzlich! Ich hatte schon lang überlegt, nochmal beim Stadtlauf (dort bin ich meinen ersten Halbmarathon gelaufen) mitzulaufen, allein um herauszufinden, ob ich mich wirklich verbessert habe. Zu diesem Zeitpunkt habe ich schon ein paar Intervallläufe gemacht und wollte wissen, wie gut ich unter Adrenalin laufen kann. Eine Woche vor dem Stadtlauf hab ich dann auf Instagram einen Startplatz gewonnen und damit war es entschieden: Ich gehe wieder an den Start! Ich war motiviert, ganz gut trainiert und hatte richtig Lust. Leider hat es auch an diesem Tag wieder sehr nach Regen ausgesehen und der Wetterbericht lies zu wünschen übrig. Die ersten 11 Kilometer bin ich in Begleitung von Jan gelaufen, (wir waren über den gewonnenen Startplatz im selben Team und haben ausgemacht, dass wir zusammen laufen werden). Leider hat sich Jan dann von mir verabschiedet und wurde durch Cindy abgelöst. Über die nächsten Kilometer haben wir uns dann wieder aus den Augen verloren. Ich hatte da schon das Gefühl, dass es ganz gut für mich läuft. Auf die Zeit habe ich während dem ganzen Lauf nicht geachtet und ich bin auch bei diesem Lauf nicht einmal stehen geblieben. Auf dem letzten Kilometer hatte ich das Gefühl, ich kann nicht mehr. Ich war mittlerweile wieder klatschnass und ausgepowert. Zum Glück kam dann die liebe Cindy wieder, die mich bis ins Ziel gepusht hat. Der gemeinsame Zieleinlauf war mein persönliches Highlight.

Und dann im Ziel angekommen: die größte Überraschung!

Ich bin gerade nicht nur meine persönliche Bestzeit gelaufen. Ich war sogar ganze 20 Minuten schneller als bei meinem letzten Stadtlauf. Darauf war ich so stolz und konnte es gar nicht fassen. Den Lauf werde ich so schnell nicht vergessen. Der Lauf war, vor allem durch meine tollen Begleitungen und durch die tolle Stimmung beim Lauf einer meiner schönsten Läufe, an die ich mich erinnern kann.

Und wie kam es dann zur Wende bei der Pace?

Ich lese so oft auf Instagram, dass ich so schnell bin. Das bin ich aber erst seit circa einem halben Jahr. Wie bereits erwähnt bin ich jahrelang eine 5:50-6:10’er Pace gelaufen, je nach Verfassung. Die Verbesserung kam meiner Meinung nach vor allem dadurch, dass ich letztes Jahr im Juli mit (sinnvollem) Krafttraining angefangen hab. Zum anderen hat ein Gespräch mit dem Freund von meiner Schwester zu einem wirklichen Umdenken geführt. Er hat mich darauf hingewiesen, dass ich meine Laufzeit auch sinnvoller nutzen kann und mal Gas geben soll. Und seitdem geb ich Gas! 😀 Glaub mir, schneller zu laufen beginnt im Kopf. Man muss einfach mal einen Schritt raus aus der Komfortzone machen und sich selbst pushen. Wenn ich das kann, dann kannst du das auch. Alles beginnt beim Laufen im Kopf.

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